Fahr von Valencia nach Norden, und alles ändert sich: das Wetter, die Landschaft, das Essen. In eineinhalb Wochen durchquerst du die Landschaften Aragons, mittelalterliche Städte und die Weingärten der Rioja und landest an der Atlantikküste, wo grüne Hügel über dem Meer abbrechen. Ins Baskenland fährt man wegen des Essens, und dieser Grund allein trägt die 600 Kilometer bis zur Küste. Diese Wohnmobil-Route ist ein Rundkurs: nach Norden über Teruel und Saragossa, zurück entlang der Rioja. Insgesamt sind es rund 1.600 km, deshalb rechnet sich die Kilometer-Flatrate auf dieser Wohnmobil-Reise durch Nordspanien. Beste Reisezeit: Mai bis September. Wir sind diese Route im August 2024 selbst gefahren; jedes Detail ist persönlich geprüft.
Tag 1: Valencia — Teruel (145 km)
Wir fahren auf der A-23 in die Berge. Eineinhalb Stunden später: Teruel, Mudejar-Architektur unter UNESCO-Schutz, Backsteintürme mit bunten Kacheln und eine Kathedrale, deren bemalte Decke die Sixtinische Kapelle des Mudejar ist. Von hier stammt auch die Legende der Liebenden von Teruel. Abends Jamon aus Teruel — der erste spanische Schinken mit geschützter Ursprungsbezeichnung — und lokaler Wein. Uebernachtung: Area de Autocaravanas Teruel, kostenlos, 15 Gehminuten vom Zentrum.
Tag 2: Teruel — Albarracín — Saragossa (220 km)
Morgens: 40 Minuten nach Albarracín, einem der schönsten Dörfer Spaniens — rosa Häuser über der Schlucht und ein Labyrinth von Gassen innerhalb der mittelalterlichen Mauer, die den Hang hinaufläuft. Kommt bei Oeffnungszeit an, bevor die Touristenbusse eintreffen. Nach dem Mittagessen Fahrt nach Saragossa. Bei Einbruch der Dämmerung: die Basilica del Pilar am Ebro-Ufer, die Kuppeln spiegeln sich in der blauen Stunde im Fluss. Uebernachtung: Area de Autocaravanas Zaragoza (Valdefierro).
Tag 3: Saragossa — Pamplona (175 km)
Morgens Saragossa: der Palast Aljafería (arabischer Palast aus dem 11. Jahrhundert, der die Architekten der Alhambra inspirierte), der Mercado Central und das Tapas-Viertel El Tubo. Nach dem Mittagessen, 2 Stunden nach Pamplona, der Stadt Hemingways und San Fermins. Geht den Encierro-Weg entlang — den Pfad, auf dem im Juli die Stiere laufen, vom Pferch bis zur Arena. Plaza del Castillo und Cafe Iruña, wo Hemingway saß. Uebernachtung: Area Trinitarios am Fluss, 15 Gehminuten von der Altstadt.
Tage 4-5: Pamplona — San Sebastián (80 km)
Eine Stunde durch die grünen Hügel Navarras — und du erreichst den Atlantik. San Sebastián: die Bucht La Concha, die Belle-Époque-Promenade und eine Altstadt mit der weltweit höchsten Konzentration an Pintxos-Bars. Mindestens zwei Tage. Ein Tag für die Stadt (Morgenbad, Monte Urgull, abends Pintxos-Tour durch Parte Vieja — start bei Gandarias, weiter bei La Cuchara de San Telmo: in jeder Bar ein Pintxo und ein Getränk, dann zum nächsten). Ein Tag für die Umgebung: Strand Zurriola für Surfer oder das Fischerdorf Getaria, Geburtsort von Balenciaga und Heimat der Fischgrills. Vom Monte Igueldo siehst du die ganze Bucht. Uebernachtung: Area Berio — im Sommer online einen Monat im Voraus buchen.
Tage 6-7: San Sebastián — Küste — Bilbao (100 km)
Fahrt nicht direkt: die Küstenstraße durch die Fischerdörfer dauert länger und lohnt sich. Zarautz (der längste Strand im Baskenland, Surfer-Hauptstadt), Lekeitio (Hafen mit einer Insel, die man bei Ebbe zu Fuß erreicht), Gaztelugatxe — der Treppen-Fels aus Game of Thrones: 241 Stufen zur Kapelle; dreimal die Glocke läuten und einen Wunsch machen (im Sommer kostenlose Online-Reservierung erforderlich). Bilbao empfängt euch mit den Titankurven des Guggenheim-Museums — selbst wer der modernen Kunst gleichgültig gegenüber steht, sollte Gehrys Gebäude und Louise Bourgeois' Spinne gesehen haben. Uebernachtung: Area Kobetamendi auf dem Berg mit Panoramablick auf die Stadt.
Tag 8: Bilbao — La Rioja (130 km)
Eineinhalb Stunden nach Süden: die Weingärten der Rioja, Spaniens Weinhauptstadt. Basis: Haro oder das mittelalterliche Laguardia auf dem Hügel (Wohnmobile dürfen nicht in die Altstadt; parkt an den Mauern; das Dorf ist von Weinkellern durchzogen). Weingüter mit Führungen: Marqués de Riscal (das Gebäude ebenfalls von Gehry), López de Heredia in Haro, oder kleine Familienbetriebe — die Verkostung ist herzlicher und günstiger. Wichtig: Die Weinverkostung ist für Mitfahrer; der Fahrer probiert am Abend auf dem Stellplatz. Uebernachtung: Area Haro oder Laguardia.
Tag 9: La Rioja — Soria — Calatayud (250 km)
Eine lange, aber landschaftlich schöne Etappe durch die kastilische Meseta. Mittagessen in Soria, einer ruhigen Stadt am Duero, in Machados Gedichten verewigt. Falls noch Kraft vorhanden: das Kloster San Juan de Duero mit seinen surrealistischen Bögen. Uebernachtung: Area in Calatayud.
Tag 10: Rückfahrt nach Valencia (230 km)
Ein ruhiger Abstieg von den Bergen ans Mittelmeer. Zu Mittag bist du wieder in Valencia — Zeit für eine letzte Paella, bevor das Fahrzeug abgegeben wird. Option für 12 Tage: Fügt einen Tag in San Sebastián hinzu (bereuen werdet ihr das nie) und einen Tag in der Rioja mit den Klöstern von San Millán — der Wiege der spanischen Sprache.
Praktische Tipps
- 1Budget: Für 10 Nächte gilt ein Langzeitrabatt von 10 %. Wir empfehlen die Kilometer-Flatrate: bei 1.600 km Rundkurs lohnt sie sich schon allein wegen der Entspannung.
- 2Wetter: Nordspanien ist nicht die Costa Blanca. Selbst im August ist es abends 15-18 Grad, und Regen ist möglich. Das Wohnmobil hat Heizung; warme Kleidung bringt ihr selbst mit.
- 3Stellplätze: Die Wohnmobilkultur im Baskenland ist sehr entwickelt — in jeder Stadt gibt es einen Stellplatz, die meisten kostenlos oder 5-10 Euro. Alle Punkte sind auf Park4Night.
- 4Abmessungen: Fahrt nicht mit dem Wohnmobil nach Albarracín, Laguardia oder in die Altstadt von San Sebastián — bei allen drei gibt es Parkplätze an den Mauern.
- 5Tankstellen: Diesel ist am günstigsten auf den Autobahnen A-23 und AP-68 an Tankstellen bei Supermärkten.
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